Viele Sieger – FIVA jubelt!

61. Internationale Deutsche Schnauferl-Rallye 2016
Stuttgart


Der ASC Württemberg-Hohenzollern, Stuttgart, hatte eingeladen und über 100 klassische wunderschöne Oldtimer wurden zur Teilnahme an der diesjährigen 61. Internationalen Deutschen Schnauferl-Rallye angemeldet. Vom Donnerstag, 16.06.2016, bis zum Sonntagmorgen, 19.06.2016, trafen mehr als 100 alte Fahrzeuge der Baujahre 1905 bis 1982 in Stuttgart ein, um sich an den zwei Fahrtagen Freitag und Samstag an der schönen Stuttgarter Umgebung zu erfreuen und sich in zahlreichen Prüfungen zu messen.

Donnerstag, 16.06.2016: Anreise
Die Mercedes-Benz-Niederlassung in Stuttgart-Untertürkheim direkt neben dem berühmten Mercedes-Museum war der erste Anlaufpunkt. Die DEKRA prüfte die technische Beschaffenheit aller Fahrzeuge, denn die Teilnahme an dem öffentlichen Straßenverkehr setzt ein verkehrssicheres Fahren voraus. Fahrzeugpapiere und Wagenpässe wurden eingesehen, insbesondere die FIVA Identity Card, die die technische Echtheit bescheinigt. Diesen begehrten Ausweis konnten allein knapp 80 der teilnehmenden Oldtimer vorlegen. Die Teams bekamen noch das Roadbook mit den vorgesehen Strecken und Prüfungen überreicht und damit waren schließlich alle Gäste eingecheckt.

Die Autos blieben auf den nummerierten Parkplätzen der Niederlassung stehen und für die Teilnehmer ging es per Bus in das komfortable Rallye-Hotel Maritim in der Stuttgarter City. Dort fanden am Abend auch die Begrüßung aller Teilnehmer und die erste Fahrerbesprechung statt. Der Gesamtverantwortliche für die Rallye, ESB Max von Pein, freute sich über die heile Ankunft von Menschen und Maschinen, so dass Rallye-Leiter SF Thomas Romen schnell auf die jüngsten Änderungen der Strecken durch Baustellen und entsprechende Umleitungen hinweisen konnte. Danach übernahmen Wiedersehensfreude und gute Laune das Regiment in der großen Gemeinschaft.

Freitag, 17.06.2016: 1. Fahrtag
Am frühen Freitagmorgen starteten alle Fahrzeuge von der Mercedes-Niederlassung mit ihrer Bordkarte für die beiden unterschiedlichen Rundkurse südöstlich von Stuttgart. Für die richtig alten Fahrzeuge bis Baujahr 1930 mit ihrem dekorativen Messing-Outfit ging es nicht so stark bergauf und bergab wie für die jüngeren, aber beide Gruppen fuhren auf schmalen Landstraßen durch wunderschöne Landschaften. Der Marktplatz in Kirchheim unter Teck war schnell, fast zu schnell, mit den ansehnlichen und viel bestaunten Fahrzeugen verstopft, ehe sich alle Teams in Dettingen-Erms das verdiente Mittagessen von dem Sponsor Elring-Klinger schmecken lassen konnten.

Die verzwickte Weiterfahrt belohnte die Teilnehmer mit einem süßen Stopp bei Ritter-Sport in Waldenbuch, wo es nicht nur die Sonderedition der Hafer-Banane Quadrate zu probieren galt. Lag es an diesen süßen Leckereien, dass die nächsten Wertungsprüfungen mit besonders unterschiedlichem Erfolg absolviert wurden? Sei´s drum, das Neue Schloss in Stuttgart zog alle an und dort wurden nach dem Zielbogen die Fahrzeuge in Reih und Glied aufgestellt, um dem begeisterten Publikum dieses Museum auf Rädern ganz nahe zu bringen.

Der erste Fahrtag war insgesamt gut geschafft. Die Wetterkapriolen konnten die gute Laune nicht verderben. Das zeigte sich beim Rallye-Abend im Mercedes-Benz-Museum. Nach gutem Essen und Trinken bei angeregten Gesprächen sorgte der anschließende exklusive Rundgang durch das weltberühmte Museum für große Augen und offene Münder ob der exquisiten Ausstellungsstücke der Automobilgeschichte mit dem Dreizack-Stern.

Samstag, 18.06.2016: 2. Fahrtag
Die Weiterfahrt nach dem ersehnten Mittagsziel Schloss Ludwigsburg gestaltete sich dann doch bequemer und das bisschen Regen regten keinen der Teilnehmer wohl wirklich auf. Eher schon die schmale Kost, die der Schlossherr zu früheren Zeiten wohl selten genossen hat. Die historisch interessante Schlössertour mit den kilometerlangen Fahrten entlang am Neckar mit den steilen Weinbergen versöhnte dann doch alle Teams, denn es gab keine Prüfungen mehr, sondern nur noch die verdiente Zielbogen-Durchfahrt wieder auf dem Innenhof des Neuen Schlosses in Stuttgart´s Mitte. Der heftige Regenguss fiel eher wie eine Siegerdusche bei den Formel-1-Rennen aus.

Samstagabend, 18.06.2016: Rallye-Galaabend „Alte Reithalle“
Das Rallye-Hotel Maritim stellte für den abschließenden Gala-Abend seine renovierten Parkebenen für die automobilen Kostbarkeiten zur Verfügung. Deshalb konnten alle Teams frisch geduscht in festlichen Textilien auf kurzen Wegen in die Alte Reithalle kommen, wo der gesellschaftliche Höhepunkt mit der neugierig erwarteten Siegerehrung stattfinden sollte.

An dieser Stelle wird es nun Zeit, den großen Helfertross aus dem ASC Württemberg-Hohenzollern und befreundeten Vereinen zu erwähnen. Für ihre herausragende Unterstützung und dem von allen gelobten freundlichen Entgegenkommen wurden sie als kleines Dankeschön ebenfalls zu dem Galaabend eingeladen. So konnten sie direkt ihren mehr als verdienten Applaus entgegennehmen.

Rund 300 Rallye-Beteiligte erfreuten sich an dem leckeren Mehr-Gänge-Menu bei angenehmer Livemusik, die die angeregten Gespräche nicht störten. ESB Max von Pein hielt sich an seine Devise kurzer Ansprachen, begrüßte gern die Rennfahrer-Legende Hans Herrmann und bat den ASC-Deutschland-Präsidenten Uwe Brodbeck an das Rednerpult. Die präsidialen Worte enthielten vornehmlich den Dank an den veranstaltenden ASC Württemberg-Hohenzollern, denn sowohl die hügeligen, wenn auch schönen Landschaften, der Straßenverkehr in und um Stuttgart und nicht zuletzt die unberechenbaren Wetterstürze stellten harte Bedingungen für das Organisationsteam, das Präsidium und den ganzen Club mit seinen Helfern dar. Ohne die großzügigen Sponsoren Daimler, Allianz und das Hotel Maritim bzw. die etlichen kleineren Spender wäre ein so umfangreiches Ereignis nicht darstellbar gewesen. Bei allen Diskussionen über einige wenige Prüfungen war es mit den malerischen Strecken und den drei schönen gemeinsamen Abenden

Unterm Strich eine gelungene Veranstaltung!“.

Diese Meinung vertrat auch vehement der FIVA-Delegierte Daniel Fischlin aus der Schweiz. In zwei langen mails bekundete er den beiden Club-Vizepräsidenten SF Thomas Romen und Dr. Karl Engelhardt ein tolles Event auf dem Niveau einer FIVA-A-Rallye mit vielen Fahrzeugen, die eine FIVA-ID-Card vorweisen konnten. Er bedankte sich im Namen der FIVA geradezu überschwänglich für die ausgesucht schönen Strecken, die Wertungsprüfungen und die exklusiven fröhlichen Abendveranstaltungen.

Dieses sollte sich natürlich noch in einer besonderen FIVA-Siegerehrung manifestieren. Da die Auswertung der unendlich vielen einzelnen Streckenergebnisse auf sich warten ließ, nutzte die ASC-Club-Band „Die Papas“ unter der Leitung des ASC-Schatzmeisters SF Dr. Michael Scholz die Gunst der Stunden und ließ die alten Zeiten mit rockiger Musik wieder aufleben. Die mitreißenden Rhythmen von „The Wanderer“ bis zu „Blueberry Hills“ trieben die Teilnehmer auf die Tanzfläche. Man konnte nur staunen, mit welcher Beweglichkeit so mancher echte Oldtimer seine Erinnerungen an Jugend- und Studienzeiten zur Schau stellen konnte. Super Musik macht eben Super-Laune!!!

Dann war es soweit. Der Radiosprecher und Veranstaltungsmoderator Siller hielt die heiß erwarteten Siegerlisten in den Händen. Es kam harte Arbeit auf ihn zu. Schließlich waren 46 Siegerpokale an den Mann zu bringen. Glücklicherweise aber auch an etliche Damen.

In zwei getrennten Wertungen wurden einmal die ersten drei Teams der Fahrzeuge mit FIVA-ID-Card und ein weiteres Mal die ersten drei Sieger aus der Gesamtheit der Teilnehmer mit dem erstmalig vergebenen „Württemberg-Cup“ geehrt. Natürlich jeweils in sechs Baujahresgruppen von B - G gestaffelt.

Es würde diesen Bericht sprengen, alle Sieger zu nennen, aber die drei Gesamtsieger in den beiden Wertungen haben es verdient, sich hier namentlich wieder zu finden:

FIVA-Gesamtwertung:

  1. Platz: Florian Weiss mit seinem Willy´s Overland von 1944

  2. Platz: Werner Conrad mit seinem Porsche 356 A Speedster von 1956

  3. Platz: Wolfgang Littmann mit seinem Ford Eifel Cabriolet von 1939

Württemberg-Cup-Gesamtwertung:

  1. Platz: Axel Vögele mit seinem Jaguar XK 120 OTS von 1954

  2. Platz: Florian Weiss mit seinem Willy´s Overland von 1944

  3. Platz: Werner Conrad mit seinem Porsche 356 A Speedster von 1956

Vizepräsident SF Thomas Romen hatte die Freude und Ehre, die Pokale zu überreichen und die Fototermine durchzustehen. Einen besonderen historischen ASC-Wander-Pokal für den Gesamtsieger konnte noch ASC-Sportpräsident SB Bernhard Kaluza gemeinsam mit dem ASC Präsidenten Uwe Brodbeck überreichen.

Zum Abschluss rief SF Thomas Romen noch dem Veranstalter der 62. Internationalen Deutschen Schnauferl-Rallye 2017, dem ASC Sachsen, herzliche Grüße zu und wünschte viel Erfolg bei den Planungen und Vorbereitungen für dieses nächste große populäre ASC-Treffen. Den Teilnehmern dankte er für ihr Kommen und wünschte Ihnen gute Heimreise von einem einmaligen Oldtimererlebnis in schwäbischen Auen.

Dr. Karl Engelhardt