DUNKEL IST BESSER ALS HELL! 


Clubabend des ASC Württemberg-Hohenzollern in der Backmanufaktur Treiber


Es war nicht ganz leicht, am Mittwoch, 13.05.2015, pünktlich um 19.00 Uhr zur Backmanufaktur Treiber in Steinenbronn zu kommen, denn unendlich viele Stuttgarter wollten in das verlängerte Wochenende fahren und verstopften alle Zufahrtsstraßen. Aber trotzdem konnte gegen 19.30 Uhr Schnauferlfreund Wolfgang Treiber eine große Gästeschar der LG 14 einschließlich des Präsidenten des ASC-Deutschland SF Uwe Brodbeck in seinem neuen Produktionsstandort begrüßen. Und alle Clubmitglieder kamen aus dem Staunen nicht heraus, was sie alles zu sehen bekamen. Schon an dieser Stelle einen herzlichen Dank an unseren Schatzmeister SF Dr. Michael Scholz, der uns diese „Location“ für den Clubabend arrangiert hatte. 

Die Begrüßung und den Dank für die Einladung verknüpfte Vizepräsident SF Thomas Romen nicht nur mit einem kleinen Präsent, sondern auch mit dem Wort „Backfabrik“. Das war eine Steilvorlage für den Inhaber, denn der betonte die vielen Herstellungsvorgänge, die in seinem Unternehmen noch von Hand erledigt werden. Manufaktur halt. 

Schon von außen bietet die neue Backmanufaktur der Spezialitäten Bäckerei-Konditorei Treiber einen außergewöhnlichen Eindruck, umso mehr überrascht die große geräumige Innenausstattung der Produktionshalle samt blauem Rundumgemälde. Sauberkeit und Ordnung der Maschinen und Einrichtungen signalisieren, hier kann nur Qualität produziert werden. Und das ist nur eine der „Zutaten“, über die SF Wolfgang Treiber vortragen konnte. Das mittelständische Unternehmen – in vierter Generation geführt – hat sich selbst sieben sog. „Zutaten“ gegeben, mit denen der Erfolg im umkämpften Markt mit den Großmärkten wie Lidl und Aldi jeden Tag errungen werden muss. Weitere „Zutaten“ sind Erfahrung, Handwerk und Motivation, mit denen man den Kunden in 25 km Umkreis ausgezeichnetes Backwerk zuliefert. 

Dabei ist das Backwerk ein anfälliges Gut, frische (von Robotern geschlungene) Brezeln sind drei Stunden topfrisch, dann verlieren sie an Geschmack, Aroma und Konsistenz. Also kommen die Bestellungen immer sehr kurzfristig an und müssen kurzfristig ausgeführt werden. 

Beim Brotbacken ist die Hektik und Logistik nicht ganz so stressig, aber die Kundenwünsche sind eigenartig. Ganz klar, das dunkle, länger gebackene Brot hat viel mehr Geschmack und Röstaromen als das helle, das eher weich und geschmacklos ist. Aber was will der Kunde zu 70%: Hell, weich und geschmacklos! Da gibt es noch viel Aufklärungsarbeit. Vielleicht auch über die halbgebackenen Baguettes aus Vietnam, die per Schiff nach Deutschland geliefert werden. Oder über die Teigfabriken in Polen. Oder über den Verbleib der überalterten Ware. 

Aber was soll?s?! SF Treiber mit seiner charmanten Ehefrau und geschäftstüchtigen Tochter servierten selbstgemachten Wurst- und Nudelsalat. Und was gab es dazu? Roten und weißen Wein und dunkles Brot! Ein tiefes Geschmackserlebnis. Da schadete auch der abendliche Regen nicht, der sich ein offenes Oldtimer-Cabrio ausgesucht hatte.

Dr. Karl Engelhardt 

Fotos: Stefan Armleder, Thomas Romen